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Heimwerken: Die Theorie

Mit Epoxidharz arbeiten

Mit Epoxidharz glänzende Oberflächen und verzauberte Deko-Elemente in Möbeln zaubern. Ein How-To von der Opa-Knox-Redaktion.

Epoxidharz ist äußerst vielseitig und leicht zu verarbeiten. Der moderne Werkstoff lässt sich sowohl zur Oberflächengestaltung von Böden etc. benutzen als auch, um ganz eigene Dinge (Tischplatten, Regalbretter) damit zu gießen, bzw. in Kombination zu bringen. Wir zeigen Ihnen hier anhand konkreter Anwendungsbeispiele (Beistelltisch, River Flow Table und Bodenbelag) auf, wozu Sie Epoxidharz verwenden können und wie es genau funktioniert. 

Ganz kurz: Epoxidharz – worum handelt es sich? 

Epoxidharz, auch Resin oder Kunstharz genannt, ist ein Kunststoff. Wie das Harz aus den Bäumen ist es zunächst flüssig und härtet dann aus. Es ist farblos, kann aber problemlos eingefärbt werden (auch mit Metall- und Effektfarben). Wie das berühmte Uhrzeit-Insekt im Bernstein, kann man in Epoxidharz auch alle möglichen Dinge einfassen.

Epoxidharz wird aus 2 Komponenten (Harz und Härter) zusammengemischt – innerhalb weniger Stunden ist es ausgehärtet und kann gebohrt, geschliffen und poliert werden. 

Achtung: Auch wenn es zunächst farblos ist, neigt es dazu, einen leichten Gelbstich zu bekommen – weshalb es noch mehr an das Harz aus der Natur erinnert. Wenn es eingefärbt ist, sieht man den Gelbstich natürlich nicht.

Es gibt dünnflüssige Epoxidharze zum Gießen (Gießharze) und dickflüssige Epoxidharze für die Beschichtung von Oberflächen (Lamininerharze). 

Epoxidharz für Anfänger – womit beginnen? 

Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist das Arbeiten mit Epoxidharz nicht schwer. Egal, ob Sie den Boden versiegeln wollen, die Küchenarbeitsplatte erneuern möchten oder Ihren eigenen River Flow Table bauen wollen – auch als Anfänger kann man mit jedem Projekt starten. Die folgende Anleitung sowie die Gebrauchsanweisung des Herstellers sollten als Vorbereitung reichen.

Beistelltisch / Couchtisch mit Epoxidharz-Einlage 

Am einfachsten ist das Arbeiten mit Epoxidharz, wenn die Form bereits fertig – oder sehr einfach zu erstellen ist. Einen Beistelltisch aus Vollholz können Sie leicht durch eine Epoxidharz-Einlage aufwerten. Hierfür sägen Sie das gewünschte Design (z. B. Ahornblatt, Raute) mit einer Stichsäge aus und füllen das entstandene Loch mit Resin auf.

Benötigte Materialien:

  • Unterboden aus Holz (Spanholzplatte)
  • Trennklebeband und Trennmittelspray
  • Schraubklemmen
  • Epoxidharz und Trenner (wird immer zusammen verkauft)
  • evtl. Farbpimente 
  • Mischgefäße
  • Rührstab
  • Silikonpinsel
  • Nitril-Handschuhe
  • Küchenkrepp
  • Exzenterschleifer mit Schleif- und Polierscheiben
  • Öl, Wachs, Lack oder Polyurethanharz zur Oberflächenversiegelung 

  1. Schritt 1: Vorbereitung

    Die Form ist bereits aus der Vollholz-Tischplatte gesägt und mit Schmirgelpapier glatt geschliffen.

    Für die Unterlage zum Gießen bekleben Sie die Spanholzplatte mit Trennklebeband (Speziell für das Arbeiten mit Epoxidharz) und sprühen anschließend das Trennmittelspray auf.

    Jetzt legen Sie die Tischplatte auf. Durch das Trennklebeband wird sich die Platte im Anschluss wieder ablösen lassen. Jetzt wird die Tischplatte noch mit Schraubklemmen am Unterboden fixiert.

  2. Schritt 2: Anrühren von Epoxidharz

    Es gibt verschiedene Mischverhältnisse für die zwei Komponenten Harz und Härter, doch in der Regel kaufen Sie die Komponenten bereits zusammen und mischen die komplette Flasche Harz mit der kompletten Flasche Härter. Benötigt wird dafür ein Mischgefäß und einen Holz- oder Kunststoffstab zum Rühren.

    Achtung: Bei dieser Arbeit unbedingt Nitril-Handschuhe tragen!

    Rühren Sie die Mischung mehrere Minuten (!) lang und füllen sie in einem zweiten Schritt noch mal in ein anderes Gefäß, um es dort nochmals zu mischen. Es ist sehr wichtig, dass die Flüssigkeit am Ende keinerlei Schlieren aufweist. Rühren Sie nicht zu schnell, damit keine Luftblasen untergeschlagen werden.

    Optional können Sie in diesem Schritt auch die Farbe untermischen (bei mehreren Farben wird ein Teil der gemischten Masse abgenommen).

  3. Schritt 3: Einfüllen von Epoxidharz

    Tipp: Bepinseln Sie zunächst die ausgesägten Ränder mit dem Harz und gießen dann das Harz langsam über den Silikonpinsel – dies verhindert Blasenbildung.

    Ist das Harz randvoll gegossen, werden Kleckse mit Küchenkrepp abgewischt. (Am Ende wird noch geschliffen.)

    Wie lange der Trocknungs-Prozess dauert, hängt von der Größe und Dicke ab. Beachten Sie hierfür die Angaben vom Hersteller auf der Verpackung.

    Tipp: Arbeiten Sie bei Zimmertemperatur. Epoxidharz mag weder große Kälte noch starke Hitze.

  4. Schritt 4: Nachbearbeitung

    Ist das Epoxidharz ausgehärtet, lässt es sich vom Unterboden lösen und muss nun poliert werden. Am besten eignet sich hierfür ein Exzenterschleifer.

    Im letzten Schritt versiegeln Sie die Tischplatte mit Öl, Wachs, Lack oder Polyurethanharz.

River Flow Table 

Zusätzlich zu den gerade erwähnten Werkzeugen und Arbeitsutensilien benötigten Sie:

  • Holzbohlen und Tischbeine zum Anschrauben (z. B. aus Metall)
  • Holzlatten, um zusammen mit der Spanholzplatte einen Rahmen zu bauen
  • Akkuschrauber und Schrauben

Die berühmteste Kombination von Holz und Epoxidharz findet man in sogenannten River Flow Tables. Ein solcher ist leicht selbst herzustellen. Die Tischplatte besteht in der Regel aus schönen Holzbohlen. Einmal in der Mitte durchgesägt, erhalten Sie die  geraden Außenkanten. Die Mitte füllen Sie mit Kunstharz auf – üblicherweise in Blau, so sieht es am Ende aus, als fließe ein Fluss durch den Tisch.

Der Unterschied zur Arbeit mit einer bestehenden Tischplatte ist lediglich, dass mit Holzlatten und der Sperrholzplatte einen Rahmen gezimmert werden muss, welcher als Gießform für die Tischplatte dient. Die Form kleben Sie auch hier mit Trennband aus und besprühen sie mit Trennspray, bevor die Holzbohlen eingelegt werden. Dann kann der Füllungsprozess starten.

Die fertig getrocknete Tischplatte wird poliert und mit den Beinen verschraubt. Jetzt noch eine Oberflächenbehandlung wie Öl oder Lack auftragen und fertig ist der eigene River Flow Table!

Epoxidharz-Böden

Nun zu einem weiteren Einsatzgebiet: Fußböden. Epoxidharz ist eine günstige und edle Lösung, die auf jedem Untergrund funktioniert. Beliebt sind Garagen und Badezimmer. Sie müssen den Boden nur zuvor abschleifen/ aufrauen und er muss vollkommen glatt und ebenmäßig sein. Das heißt: Wenn Sie Epoxidharz auf einem Kachelboden auftragen wollen, müssen die Fugen vorher mit einem Mörtel geschlossen werden.

Kaufen Sie ein spezielles Lamininerharz für Fußböden. 

Achtung: Zusätzlich zum Epoxidharz benötigen Sie bei Böden eine Grundierung und eine Versiegelung – kaufen Sie alles vom gleichen Hersteller! Die Menge wird für Quadratmeter angegeben.

Tipp: Eine Marmor-Optik oder ein Gemisch mit Metall-Effektfarben ist nicht schwer umzusetzen. Im Endeffekt sieht es nicht nur interessanter aus, sondern kaschiert auch kleine „Fehler“ und Schmutz. Es ist in vielerlei Hinsicht einfacher (und nicht schwieriger) als eine einheitliche Farbe.

Benötigte Materialien:

  • Grundierung
  • Epoxidharz (Harz und Härter)
  • Farbe und evtl. Effektfarben
  • Versiegelung
  • Mischbehälter und elektrisches Rührwerk
  • Beschichtungswalze (kurzflorig und fuselfrei) 
  • Bei größeren Flächen: Nagelschuh-Aufsätze (um auf dem nassen Boden zu laufen)

Schritt 1: Untergrundvorbereitung 

Der Untergrund muss aufgeraut werden, frei von Öl und Fetten sein und Fugen oder Risse im Boden müssen im Vorfeld aufgefüllt werden.

Schritt 2: Grundierung auftragen

Die Grundierung besteht ebenfalls aus Epoxidharz. Die zwei Komponenten werden entsprechend der Anleitung gemischt. 

Tauchen Sie die Beschichtungswalze in die Grundierung und rollen sie auf dem Boden aus. (Das ist keine schwierige Aufgabe – in etwa vergleichbar mit der Arbeit mit dem Farbroller an der Wand.) Je nach Produkt und Temperatur muss die Grundierung einen Tag trocknen.

Schritt 3: Auftragung der Grundfarbe

Die Grundfarbe für den Epoxidharz-Boden wird wieder entsprechend der Anleitung gemischt. Für eine größere Menge werden Sie einen elektrischen Mischer brauchen, welcher etwa 4 Minuten lang mischen muss. Die fertige Masse rollen Sie wie zuvor die Grundierung auf dem Boden aus. Die Dicke beträgt ca. 0,5 cm. Müssen Sie auf dem Boden laufen, benötigen Sie Nagelschuhe!

Schritt 4: Auftragung der Akzente 

Wenn Sie sich für einen Boden mit Marmor-Optik oder Metall- oder Farbeffekten entschieden haben, werden jetzt die Streifen oder Kleckse auf den Boden gegeben und mit dem Roller verwischt. Falls Bereiche abgeklebt wurden, entfernen Sie die Klebestreifen VOR dem Trocknen.

Schritt 5: Veredelung 

Nachdem Sie einen weiteren Tag warten mussten, wird im letzten Schritt ein klares Finish aufgetragen. Dies sorgt dafür, dass der Boden wirklich kratzfest ist.

Ist auch die Veredlung ausgehärtet, ist der Boden fertig. Herzlichen Glückwunsch!

Weitere Möglichkeiten

Es gibt noch vieles mehr, was Sie mit Epoxidharz umsetzen können. Steinteppiche im Außenbereich zum Beispiel. Doch ich hoffe, wir konnten Ihnen einen guten Eindruck vermitteln und wünschen viel Erfolg beim nächsten DIY-Projekt!


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