Kategorien
Zangeln am Bike

Ölwechsel bei der Harley Davidson Sportglide (FLSB) 2018

Für Anfänger: So schwer ist der Ölwechsel nicht – ich zeige dir, wie’s geht

Alles dreckig, eine riesige Öllache auf dem Boden, und du bist tagelang nur am Schrauben? Keine Ahnung, woher du dieses Bild vom Ölwechsel hast. Aber ich zeige dir, dass es deutlich sauberer und schneller geht, deinen Hobel zu pflegen und langfristig vor Motorschäden zu bewahren.

„Läuft wie geschmiert!“


Logo Buster Sash

Ein Auftrag für Buster Sash

Ich glaub, es ist ein Dorsch.


Schwierigkeitsgrad: Anfänger

Die Stolpersteine: Der schönste Ölwechsel wird zur Sauerei, wenn du den neuen Dichtring vergisst. Mit dem falschen Drehmomentschlüssel brauchst du gar nicht erst anzufangen, während das falsche Öl einen Rattenschwanz von Problemen samt teurem Aufenthalt in der Werkstatt mit sich zieht.

Die Gefahren: Wer nicht aufpasst, überdreht die Ölablass-Schraube. Schlimmstenfalls ist sie danach undicht. In jedem Fall bekommst du sie nicht mehr aus dem Gewinde heraus. Und ganz klar: Wer nicht aufpasst hat eine große Lache Öl am Boden, die alles verschmutzt.

Weitere Dinge, die du wissen musst: Sollte deine Harley noch in der Garantie – oder Gewährleistungszeit – sein, solltest du die Fachwerkstatt aufsuchen um etwaige Ansprüche nicht zu verlieren. Der Ölwechsel ersetzt keinesfalls eine fachmännische Inspektion.


Das Material

Weiters:

  • 5 L vollsynthetisches Motoröl 20W-50 (hier verwendet Screamin Eagle syn 3)
  • Ölfilter (Performance Ölfilter, HD-Spezifikation) – im empfohlenen Paket dabei
  • Ölablassschrauben Dichtring – im empfohlenen Paket dabei

Die Arbeitsschritte

1. Ehe es losgeht sorge dafür, dass alles bereit liegt. Du willst später nicht mitten im Ölwechsel noch Einzelteile suchen müssen. Wenn dies dein erstes Mal ist oder du weißt, dass bei dir immer Öl daneben geht, darfst du auch etwas großflächiger Karton oder Zeitungspapier auslegen. Ausreichend Platz solltest du außerdem haben.

Alles für den Ölwechsel bereitstellen

2. Wenn alles bereitliegt, fährst du deine Harley warm. Das hat zwei Vorteile: Warmes Öl läuft nicht nur besser ab, sondern auch die abgesetzten Ruß- und Schmutzpartikel schwimmen im Öl und werden gleich mit abgelassen. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen aus. Der Motor soll ja nur warm sein und nicht glühen.

Harley auf den Ständer stellen.

Dann geht es aber auch wirklich los. Wichtig: Bocke deine Harley nicht auf, sondern stelle sie einfach mit dem Seitenständer auf.

Harley Sportglide

3. Auf der rechten Seite schraubst du nun den Öleinfüllstutzen auf. Das hat einen guten Grund: Bleibt er zu, entsteht beim Ablassen ein Unterdruck im Motor und das alte Öl fließt nicht gut ab.

Achtung! Nur aufschrauben, nicht aufziehen. Sonst kommt Schmutz in den Ölfilterstutzen.“ 

Buster Sash
Ölmaßstab

Letzte Chance: Noch kannst du Pappe oder Zeitungspapier unter der Ölablassschraube ausbreiten. Denn die öffnest du jetzt mit dem 5/8“ Steckschlüssel. Das geht recht einfach; wenn du hier Gewalt anwenden musst läuft etwas schief. Du findest die Ölablassschraube auf der linken Seite deiner Maschine.

4. Der Auffangbehälter liegt natürlich direkt unter der Ablassschraube, ehe du sie losschraubst. Wenn du kein Öl an die Fingern bekommenmöchtest, sind Gummihandschuhe das Kleidungsstück der Wahl.

Ölablass-Schraube öffnen

5. Sobald die Ölablassschraube entfernt ist, läuft das Öl ab. Erst in einem dicken Strahl, dann als langsamer werdendes Tröpfeln. Bis wirklich alles raus ist dauert es eine Weile.

Öl ablassen

„Während das Öl abläuft, kannst du dich um den Ölfilter kümmern. Denn nur das Öl zu wechseln und den alten Filter drin zu lassen bringt dich und deine Harley kein Stück weiter.“

Buster Sash

6. Am besten baust du dir aus Karton eine Schiene. Sie verhindert, dass Öl auf den Getriebekasten tropft und erspart dir so eine Menge Putzarbeit.

Schiene aus Karton

7. Stecke die Verlängerung auf den Ölschlüssel  (beides 3/8“).

Verlängerung auf Ölschlüssel stecken.
Ölschlüssel ansetzen

8. Setze den Ölschlüssel an und schraube den Ölfilter ab. Je nachdem, wo du mit deinem Hobel unterwegs warst, kann Ölfilter ziemlich festsitzen. Dann brauchst du etwas mehr Kraft beim Lösen.

„Rohe Gewalt ist natürlich auch hier falsch. Und pass auf, dass du nicht mit dem Ölschlüssel abrutscht.“

Buster Sash
Filter lösen

9. Wenn der Filter gelöst ist, kannst du ihn auch mit der Hand losschrauben. Trage Mechanikerhandschuhe um zu verhindern, dass du Öl an die Finger bekommst und gleich deine ganze Harley einsaust.

Ölfilter abschrauben

10. Beim Abschrauben wirst du sehen, weshalb die Schiene aus Karton so nützlich ist, denn der alte Ölfilter tropft. Ein wenig putzen musst du aber trotzdem, aber das geht schnell. Schnapp dir einen Putzlappen und reinige den Ölfilterflansch.

„Eins ist klar: Hier wird sauber gearbeitet. Deine Harley soll am Ende schließlich nicht wie ein Speckstreifen glänzen.“

Buster Sash
sauber arbeiten

11. Wenn du hier ordentlich arbeitest, sieht alles wie neu aus. Wer will sich schon mit weniger zufrieden geben?

Gegen hartnäckige Verkrustungen hilft Bremsenreiniger. Natürlich nicht direkt auf den Flansch, sondern nur ein paar Tropfen auf den Putzlappen.

gereinigter Flansch

12. Jetzt kommt auch schon der neue Ölfilter dran. Fülle ihn halb voll mit dem neuen Öl.

Ölfilter mit Öl füllen

13. Die Gummidichtung bestreichst du mit etwas Öl, ehe du den Filter einsetzt. Dadurch baut er eine bessere Verbindung zum Flansch auf und ist beim nächsten Ölwechsel deutlich leichter zu entfernen.

Dichtring einschmieren

14. Den vorbereitete Ölfilter setzt du vorsichtig auf dem Flansch an…

Ölfilter am Flansch anbringen

15. … und schraubst ihn fest. Erst mit der Hand, bist du ihn nicht mehr weiterdrehen kannst. Dann kommt der Ölfilterschlüssel zum Einsatz für etwa eine halbe bis ganze Umdrehung. Kontrolliere, ob der Ölfilter fest sitzt, aber ziehe ihn nicht zu fest an. Fertig!

Gut , natürlich noch nicht mit dem ganzen Ölwechsel, aber schon einmal mit einem wichtigen Teil davon.

Ölfilter neu

16. Weiter geht es mit der Ölablassschraube. Entferne den alten Gummidichtungsring. In der Regel ist das problemlos mit den Fingern oder Fingernägeln machbar. Wenn der Ring sich querstellt, kannst du mit einem O-Ring-Haken nachhelfen.

Ölablassschraube

17. Wie schon beim Ölfilterflansch wird nun auch die Ölablassschraube gereinigt. Auch hier ist ein wenig Bremsenreiniger im Putzlappen eine große Hilfe, damit die Schraube wieder glänzt. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du altes Öl und Verkrustungen löst. Du kannst so auch ganz genau prüfen, ob sie beschädigt ist, weil beispielsweise das Gewinde überdreht ist. In dem Fall muss sie natürlich ersetzt werden.

Schraube und neuer O-Ring

18. Den alten Dichtungsring brauchst du nicht mehr, denn es kommt ein nagelneuer Dichtungsring auf die Schraube.

neuer Dichtungsring

19. Einer alten Schraube sieht man vielleicht ein wenig die Kilometer an, die sie schon auf dem Buckel hat. Wichtig ist die Reinigung trotzdem.

Ölablassschraube

20. Nun wird der Ablassflansch gereinigt. Du kennst das Prozedere: Putzlappen, etwas Bremsenreiniger und Handarbeit.

Flansch reinigen

21. Am Ende sieht auch der Ölablassflansch wieder aus wie neu.

Setze die Ölablassschraube an und drehe sie handfest an, ehe du sie mit dem Drehmomentschlüssel und der 5/8“ Nuss festziehst. Für dieses Modell liegt der Bereich der Newtonmeter zwischen 17 und 23, so dass ich mich für 21 NM entschieden habe.

Im Handbuch deiner Harley steht, wie viele Newtonmeter für dein Hobel richtig sind. Bewege dich immer im angegebenen Bereich.

Ölablassflansch

22. Fast geschafft. Gehe auf die rechte Seite und ziehe den Öleinfüllstutzen ganz heraus. Damit nichts daneben geht, kommt ein Trichter zum Einsatz. Wenn du keinen speziellen Öltrichter hast, tut es auch ein normaler haushaltsfilter. Er sollte nur groß genug sein.

Fülle zuerst etwa 3,5 bis 3,8 Liter Öl in den Einfüllstutzen, auch wenn die Harley etwa 4,8 Liter braucht. Schraube den Öleinfüllstutzen wieder zu, starte kurz den Motor und lass ihn etwa 30 Sekunden laufen. So kann das Öl sich einmal verteilen. Anschließend sind ein paar Minuten Pause angesagt, damit das Öl sich wieder setzen kann. Lust auf einen Kaffee? Jetzt ist der perfekte Augenblick dafür.

Schraube den Einfüllstutzen wieder auf, Trichter rein, und füllen das restliche Öl ein. Zumindest fast, denn du behältst etwa 500 ml zurück. Einfüllstutzen zuschrauben, Motor kurz laufen lassen und wieder ein paar Minuten warten.

Öleinfüllstutzen und Trichter

23. Nun misst du den Ölstand. Hier gibt es zwei Stände: kalt und warm.Da hier der Motor nicht lange lief, nehmen wir den kalten Messstand.

Das ist der Messtand, der zwischen der Markierung für die die Minimalbefüllung und für die Maximalbefüllung liegen.

Du füllst nun so lange Öl nach, bis du genau die Mitte zwischen beiden Markierungen getroffen hast. Insgesamt sollten dass das etwa 4,8 Liter Öl sein.

Kalter Ölstand

24. Wenn der Ölstand passt, schraube den Öleinfüllstutzen wieder zu. Kontrolliere die Ölablassschraube, ob hier alles dicht ist. Auch der Ölfilter sollte fest sitzen.

Auch, wenn du ordentlich gearbeitet hast: Kleinere Ölflecken können passieren. zum Glück hast du ja noch deinen Putzlappen mit dem Bremsenreiniger, um deine Harley zu reinigen.

Und das Altöl? Das wird natürlich fachgerecht entsorgt. Im Abguss oder dem Straßengraben hat es nichts zu suchen, sondern wird ordentlich zur Werkstatt oder einer entsprechenden Sammelstelle gebracht.

Harley am Ständer

25. Wenn alles aufgeräumt und geputzt ist, startest du den Motor und lässt die Harley einige Minuten auf dem Stand laufen. Dies ist die erste Kontrolle, ob alles dicht ist.

Wenn nichts tropft, steht eine Testrunde an. Natürlich kontrolliert und nicht zu schnell, falls doch etwas nicht passen sollte. Wenn auch die Testfahrt gut gelaufen ist, kannst du dir auf die Schulter klopfen: Der Ölwechsel war ein voller Erfolg!

Ölwechsel bei der Harley FERTIG!

Fertig!


Den Ölwechsel durchzuführen ist wirklich nicht schwer. Achte auf einen neuen Dichtring, gegebenenfalls auch auf eine neue Schraube, die richtige Ölmenge und das richtige Drehmoment. Dann kann nichts schiefgehen!

Buster Sash