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Heimwerken: Die Theorie

Mit Epoxidharz arbeiten

Epoxidharz ist äußerst vielseitig und leicht zu verarbeiten. Der moderne Werkstoff lässt sich sowohl zur Oberflächengestaltung von Böden etc. benutzen als auch, um ganz eigene Dinge (Tischplatten, Regalbretter) damit zu gießen, bzw. in Kombination zu bringen. Wir zeigen Ihnen hier anhand konkreter Anwendungsbeispiele (Beistelltisch, River Flow Table und Bodenbelag) auf, wozu Sie Epoxidharz verwenden können und wie es genau funktioniert. 

Ganz kurz: Epoxidharz – worum handelt es sich? 

Epoxidharz, auch Resin oder Kunstharz genannt, ist ein Kunststoff. Wie das Harz aus den Bäumen ist es zunächst flüssig und härtet dann aus. Es ist farblos, kann aber problemlos eingefärbt werden (auch mit Metall- und Effektfarben). Wie das berühmte Uhrzeit-Insekt im Bernstein, kann man in Epoxidharz auch alle möglichen Dinge einfassen.

Epoxidharz wird aus 2 Komponenten (Harz und Härter) zusammengemischt – innerhalb weniger Stunden ist es ausgehärtet und kann gebohrt, geschliffen und poliert werden. 

Achtung: Auch wenn es zunächst farblos ist, neigt es dazu, einen leichten Gelbstich zu bekommen – weshalb es noch mehr an das Harz aus der Natur erinnert. Wenn es eingefärbt ist, sieht man den Gelbstich natürlich nicht.

Es gibt dünnflüssige Epoxidharze zum Gießen (Gießharze) und dickflüssige Epoxidharze für die Beschichtung von Oberflächen (Lamininerharze). 

Epoxidharz für Anfänger – womit beginnen? 

Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist das Arbeiten mit Epoxidharz nicht schwer. Egal, ob Sie den Boden versiegeln wollen, die Küchenarbeitsplatte erneuern möchten oder Ihren eigenen River Flow Table bauen wollen – auch als Anfänger kann man mit jedem Projekt starten. Die folgende Anleitung sowie die Gebrauchsanweisung des Herstellers sollten als Vorbereitung reichen.

Beistelltisch / Couchtisch mit Epoxidharz-Einlage 

Am einfachsten ist das Arbeiten mit Epoxidharz, wenn die Form bereits fertig – oder sehr einfach zu erstellen ist. Einen Beistelltisch aus Vollholz können Sie leicht durch eine Epoxidharz-Einlage aufwerten. Hierfür sägen Sie das gewünschte Design (z. B. Ahornblatt, Raute) mit einer Stichsäge aus und füllen das entstandene Loch mit Resin auf.

Benötigte Materialien:

  • Unterboden aus Holz (Spanholzplatte)
  • Trennklebeband und Trennmittelspray
  • Schraubklemmen
  • Epoxidharz und Trenner (wird immer zusammen verkauft)
  • evtl. Farbpimente 
  • Mischgefäße
  • Rührstab
  • Silikonpinsel
  • Nitril-Handschuhe
  • Küchenkrepp
  • Exzenterschleifer mit Schleif- und Polierscheiben
  • Öl, Wachs, Lack oder Polyurethanharz zur Oberflächenversiegelung 

  1. Schritt 1: Vorbereitung

    Die Form ist bereits aus der Vollholz-Tischplatte gesägt und mit Schmirgelpapier glatt geschliffen.

    Für die Unterlage zum Gießen bekleben Sie die Spanholzplatte mit Trennklebeband (Speziell für das Arbeiten mit Epoxidharz) und sprühen anschließend das Trennmittelspray auf.

    Jetzt legen Sie die Tischplatte auf. Durch das Trennklebeband wird sich die Platte im Anschluss wieder ablösen lassen. Jetzt wird die Tischplatte noch mit Schraubklemmen am Unterboden fixiert.

  2. Schritt 2: Anrühren von Epoxidharz

    Es gibt verschiedene Mischverhältnisse für die zwei Komponenten Harz und Härter, doch in der Regel kaufen Sie die Komponenten bereits zusammen und mischen die komplette Flasche Harz mit der kompletten Flasche Härter. Benötigt wird dafür ein Mischgefäß und einen Holz- oder Kunststoffstab zum Rühren.

    Achtung: Bei dieser Arbeit unbedingt Nitril-Handschuhe tragen!

    Rühren Sie die Mischung mehrere Minuten (!) lang und füllen sie in einem zweiten Schritt noch mal in ein anderes Gefäß, um es dort nochmals zu mischen. Es ist sehr wichtig, dass die Flüssigkeit am Ende keinerlei Schlieren aufweist. Rühren Sie nicht zu schnell, damit keine Luftblasen untergeschlagen werden.

    Optional können Sie in diesem Schritt auch die Farbe untermischen (bei mehreren Farben wird ein Teil der gemischten Masse abgenommen).

  3. Schritt 3: Einfüllen von Epoxidharz

    Tipp: Bepinseln Sie zunächst die ausgesägten Ränder mit dem Harz und gießen dann das Harz langsam über den Silikonpinsel – dies verhindert Blasenbildung.

    Ist das Harz randvoll gegossen, werden Kleckse mit Küchenkrepp abgewischt. (Am Ende wird noch geschliffen.)

    Wie lange der Trocknungs-Prozess dauert, hängt von der Größe und Dicke ab. Beachten Sie hierfür die Angaben vom Hersteller auf der Verpackung.

    Tipp: Arbeiten Sie bei Zimmertemperatur. Epoxidharz mag weder große Kälte noch starke Hitze.

  4. Schritt 4: Nachbearbeitung

    Ist das Epoxidharz ausgehärtet, lässt es sich vom Unterboden lösen und muss nun poliert werden. Am besten eignet sich hierfür ein Exzenterschleifer.

    Im letzten Schritt versiegeln Sie die Tischplatte mit Öl, Wachs, Lack oder Polyurethanharz.

River Flow Table 

Zusätzlich zu den gerade erwähnten Werkzeugen und Arbeitsutensilien benötigten Sie:

  • Holzbohlen und Tischbeine zum Anschrauben (z. B. aus Metall)
  • Holzlatten, um zusammen mit der Spanholzplatte einen Rahmen zu bauen
  • Akkuschrauber und Schrauben

Die berühmteste Kombination von Holz und Epoxidharz findet man in sogenannten River Flow Tables. Ein solcher ist leicht selbst herzustellen. Die Tischplatte besteht in der Regel aus schönen Holzbohlen. Einmal in der Mitte durchgesägt, erhalten Sie die  geraden Außenkanten. Die Mitte füllen Sie mit Kunstharz auf – üblicherweise in Blau, so sieht es am Ende aus, als fließe ein Fluss durch den Tisch.

Der Unterschied zur Arbeit mit einer bestehenden Tischplatte ist lediglich, dass mit Holzlatten und der Sperrholzplatte einen Rahmen gezimmert werden muss, welcher als Gießform für die Tischplatte dient. Die Form kleben Sie auch hier mit Trennband aus und besprühen sie mit Trennspray, bevor die Holzbohlen eingelegt werden. Dann kann der Füllungsprozess starten.

Die fertig getrocknete Tischplatte wird poliert und mit den Beinen verschraubt. Jetzt noch eine Oberflächenbehandlung wie Öl oder Lack auftragen und fertig ist der eigene River Flow Table!

Epoxidharz-Böden

Nun zu einem weiteren Einsatzgebiet: Fußböden. Epoxidharz ist eine günstige und edle Lösung, die auf jedem Untergrund funktioniert. Beliebt sind Garagen und Badezimmer. Sie müssen den Boden nur zuvor abschleifen/ aufrauen und er muss vollkommen glatt und ebenmäßig sein. Das heißt: Wenn Sie Epoxidharz auf einem Kachelboden auftragen wollen, müssen die Fugen vorher mit einem Mörtel geschlossen werden.

Kaufen Sie ein spezielles Lamininerharz für Fußböden. 

Achtung: Zusätzlich zum Epoxidharz benötigen Sie bei Böden eine Grundierung und eine Versiegelung – kaufen Sie alles vom gleichen Hersteller! Die Menge wird für Quadratmeter angegeben.

Tipp: Eine Marmor-Optik oder ein Gemisch mit Metall-Effektfarben ist nicht schwer umzusetzen. Im Endeffekt sieht es nicht nur interessanter aus, sondern kaschiert auch kleine „Fehler“ und Schmutz. Es ist in vielerlei Hinsicht einfacher (und nicht schwieriger) als eine einheitliche Farbe.

Benötigte Materialien:

  • Grundierung
  • Epoxidharz (Harz und Härter)
  • Farbe und evtl. Effektfarben
  • Versiegelung
  • Mischbehälter und elektrisches Rührwerk
  • Beschichtungswalze (kurzflorig und fuselfrei) 
  • Bei größeren Flächen: Nagelschuh-Aufsätze (um auf dem nassen Boden zu laufen)

Schritt 1: Untergrundvorbereitung 

Der Untergrund muss aufgeraut werden, frei von Öl und Fetten sein und Fugen oder Risse im Boden müssen im Vorfeld aufgefüllt werden.

Schritt 2: Grundierung auftragen

Die Grundierung besteht ebenfalls aus Epoxidharz. Die zwei Komponenten werden entsprechend der Anleitung gemischt. 

Tauchen Sie die Beschichtungswalze in die Grundierung und rollen sie auf dem Boden aus. (Das ist keine schwierige Aufgabe – in etwa vergleichbar mit der Arbeit mit dem Farbroller an der Wand.) Je nach Produkt und Temperatur muss die Grundierung einen Tag trocknen.

Schritt 3: Auftragung der Grundfarbe

Die Grundfarbe für den Epoxidharz-Boden wird wieder entsprechend der Anleitung gemischt. Für eine größere Menge werden Sie einen elektrischen Mischer brauchen, welcher etwa 4 Minuten lang mischen muss. Die fertige Masse rollen Sie wie zuvor die Grundierung auf dem Boden aus. Die Dicke beträgt ca. 0,5 cm. Müssen Sie auf dem Boden laufen, benötigen Sie Nagelschuhe!

Schritt 4: Auftragung der Akzente 

Wenn Sie sich für einen Boden mit Marmor-Optik oder Metall- oder Farbeffekten entschieden haben, werden jetzt die Streifen oder Kleckse auf den Boden gegeben und mit dem Roller verwischt. Falls Bereiche abgeklebt wurden, entfernen Sie die Klebestreifen VOR dem Trocknen.

Schritt 5: Veredelung 

Nachdem Sie einen weiteren Tag warten mussten, wird im letzten Schritt ein klares Finish aufgetragen. Dies sorgt dafür, dass der Boden wirklich kratzfest ist.

Ist auch die Veredlung ausgehärtet, ist der Boden fertig. Herzlichen Glückwunsch!

Weitere Möglichkeiten

Es gibt noch vieles mehr, was Sie mit Epoxidharz umsetzen können. Steinteppiche im Außenbereich zum Beispiel. Doch ich hoffe, wir konnten Ihnen einen guten Eindruck vermitteln und wünschen viel Erfolg beim nächsten DIY-Projekt!


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Bohren in die Decke

Zu den mitunter unliebsamsten Aufgaben eines Heimwerkers gehört das Bohren in die Decke. In der Regel kommen Sie darum aber nicht herum, wenn Sie beispielsweise eine Lampe über dem Esstisch montieren möchten. 

Schritt für Schritt zum perfekten Loch in der Decke 

Im ersten Schritt prüfen Sie den Untergrund und wählen den entsprechenden Bohrer, das entsprechende Bohrverfahren sowie die Bohrergröße und den Dübel.

Gerade für massive Decken benötigen Sie einen leistungsstarken Bohrer. Um festzustellen, ob es sich um eine Leichtbau- oder Massivdecke handelt, klopfen Sie das Material mit einem Hammer ab. Sie hören am Ton, worum es sich handelt: Leichtbaudecken klingen dumpf und tief, Massivdecken klingen heller.

Welcher Bohrer ist der richtige?

Um in die Decke zu bohren, benötigen Sie in der Regel eine Schlagbohrmaschine, bei Betonwänden kommen Sie an einem Bohrhammer nicht vorbei.

Löcher vorbohren

Jetzt können Sie die Löcher an der Decke markieren und das Loch vorbohren. Wer nicht weiß, wie elektrische Leitungen verlaufen, der orientiert sich dabei an den Installationszonen – sofern er in einem Neubau wohnt. Im Altbau nutzen die Installationszonen wenig. Hier muss mittels Ortungsgerät (für spannungsführende Leitungen) geprüft werden.

Messen Sie Abstände genau aus, sollten Sie mehr als ein Loch benötigen. Bei porösen Altbaudecken beginnen Sie idealerweise mit einer kleineren Bohrergröße. Bröckelt das Material, so hilft nur noch Spachtelmasse. Zu groß geratene Löcher kann man mit Streichhölzern stopfen, um die Dübel im Anschluss zu befestigen.

In die Betondecke bohren – gar nicht so einfach, wie man denkt (auch trotz des richtigen Bohrers) 

Anfänger haben oft das Problem, beim Bohren in Beton abzurutschen. Um das zu verhindern, hilft es, das Bohrloch zunächst mit einem alten Bohrer oder einer alten Schraube zu markieren – dazu einfach mit dem Hammer eine erste Vertiefung einschlagen. Diese Vertiefung sorgt dafür, dass man beim Bohren in die Betondecke nicht abrutscht / wegdreht.

Achtung! Erhöhen Sie die Geschwindigkeit des Bohrhammers erst, wenn die Bohrspitze einen sicheren Halt bekommen hat. Jetzt kann der Dübel seinen Platz finden, wobei Sie auch hier mit einem Hammer etwas nachhelfen können. 

Bohren im Altbau – Besonderheiten spezieller Decken 

In einem Altbau gelten mitunter besondere Regelungen – völlig anders als in modernen Bauten. Normierungen gibt es hier keine – und wer eine Lampe an der Decke anbringen möchte, der braucht beinahe Spezialwissen. Löcher in den Altbau zu bohren ist oftmals ein Problem und gerade Anfängern fällt es schwer, ein Loch in passender Größe zu bohren. 

Unser Tipp: Besorgen Sie sich spezielle Altbaudübel aus dem Baumarkt, auch wenn diese mitunter etwas teurer in der Anschaffung sind. 

Auf keinen Fall sollten Sie direkt mit einem Bohrhammer an Ihr Projekt gehen. Akku-Schlagbohrmaschinen genügen meist, da das Mauerwerk eines Altbaus besonders weich ist. 

Bohrungen in Stahlbeton richtig ausführen 

In Stahlbeton mit dem Bohrhammer bohren

Stahlbeton lässt sich genauso bohren, wie es bei herkömmlichen Wänden der Fall ist. Wie gewohnt stellen Sie zunächst sicher, dass an der Bohrstelle keine Leitungen liegen. Sie zeichnen das Loch vor und setzen den Bohrhammer samt Steinbohrer an. 

So gehen Sie vor…

Beginnen Sie auch hier, langsam zu bohren und üben Sie etwas Druck auf die Maschine aus. Bohren Sie bis zur gewünschten Tiefe. Mitunter müssen Sie den Tiefenanschlag an der Bohrmaschine individuell einstellen. Jetzt können Sie auch hier einen Dübel nutzen und die benötigte Schraube in der Wand oder in der Decke befestigen. 

Tipp: Benutzen Sie beim Bohren eine Schutzbrille, da hier kleine Stahlteilchen schnell in die Augen fliegen können. Bei leistungsstarken Bohrern sollten Sie zudem darauf achten, sich lange Haare wegzubinden. Und natürlich kann das Bohren in Stahl auch etwas lauter werden, als bei anderen Wänden. Ein Lärmschutzkopfhörer schafft Abhilfe. 

Installations- und Verlegezonen im Alt- und Neubau

In modernen Wohnungen ziehen Sie in der Regel nicht ohne einen Installationsplan ein und wissen somit genau über die Zustände und Umstände der Wände und Decken Bescheid. Beziehen Sie hingegen einen Altbau, werden Sie kaum eine Ahnung davon bekommen, wie es um das Gebäude bestellt ist. Auch haben Sie dann keine Richtwerte, was Rohre, Kabel und Stromleitungen betreffen. 

In einem Neubau können Sie davon ausgehen, dass Leitungen stets vom Schalter senkrecht oder waagerecht verlaufen. Kabel werden dabei in einem Abstand von 30 Zentimetern zur Decke oder zum Boden verlegt. Rohre und Kabel liegen also innerhalb dieser Installationszonen. 

Ortungsgerät zulegen!

Heißt im Klartext: Für Bohrungen in einem Altbau brauchen Sie ein Ortungsgerät für stromführende Leitungen. Die Anschaffung lohnt sich – Sie werden das Gerät häufiger brauchen.

Bohren in der Nähe einer Steckdose  

Wer in der Nähe einer Steckdose oder eines Lichtschalters bohren will, der sollte unbedingt vorsichtig und mit Respekt an die Sache herangehen. Während Sie sich im Neubau auf die Installationszonen aus dem Plan verlassen können, gilt dies nicht für Altbauten. Gehen wir nun von einem Neubau aus, so können Sie auf die einzelnen Verlegezonen achten, was Leitungen betrifft. 

Mehr zum Thema „Bohren in der Nähe einer Steckdose“

Tipp: Wer sich dennoch unsicher mit all den verschiedenen Regelungen der Installationszonen im Neubau, der kann natürlich auch hier ein Ortungsgerät verwenden. Hochwertige Geräte detektieren neben Stromleitungen auch Holz und Metall. 

Die meisten Bohrungen in der Decke finden aus dem einfachen Grund statt, weil dort eine Lampe montiert werden soll. Wurde das Loch gebohrt und die Lampe soll nun zum Einsatz kommen, sollten Sie zunächst die Sicherungen herausdrehen und nicht nur den Lichtschalter ausschalten. Prüfen Sie mit einem Phasenprüfer, ob auch wirklich kein Strom mehr fließt. Durch das Anbringen einer Lüsterklemme können Sie die Kabel der Lampe mit denen aus der Decke verbinden. 

Kabel verbinden: Schnelle Tipps

Berücksichtigen bei der Installation die verschiedenen Farben der Kabel. Die Erdung ist in der Regel grüngelb. Für die Stromleitung ist das braune oder schwarze Kabel zuständig und das blaue oder graue Kabel leitet den Strom von der Lampe weg. Nun brauchen Sie nur noch alle Kabel mit den passenden Farben verbinden und die Lampe final befestigen. Mehr zum Thema Stromkabel verbinden lesen Sie in unserem Guide „Pendelleuchte montieren“.


Mehr Informationen zum Thema

Bohren im Altbau

Bohren in der Nähe einer Steckdose

Pendelleuchte montieren

Lampe versetzen


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Arten von Lampenkabeln

Es muss nicht immer das klassische Lampenkabel aus PVC sein. Es geht auch anders. Zum Beispiel mit Textilkabeln oder Kabeln aus Leinen oder Jute. Aber auch hier gibt es zahlreiche Unterschiede: Für spezielle Lampen benötigen Sie auch spezielle Leuchtenkabel.

3-adrige Lampenkabel

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Designkabel mit Monofilumflechtung

Bei einer isolierten Leuchte (z.B. Fassung aus Kunststoff, nicht aus Metall) reicht es, mit einem 2-adrigen Lampenkabel zu arbeiten. Wer Wert auf Sicherheit legt, entscheidet sich dennoch für ein 3-adriges Leuchtenkabel (mit Schutzleiter). Auch dann, wenn man mit einer Fassung aus Keramik oder Kunststoff arbeitet.

Der Schutzleiter

Der Schutzleiter (auch PE, Nullleiter oder Schutzerdung) ist dafür da, elektrische Anlagen gegen elektrische Schläge zu sichern.

Heute wird ein Schutzleiter nicht mehr in allen Fällen benötigt. Wer mit gut isolierten Lampen und Lampenfassungen (z.B. aus Porzellan oder Kunststoff) arbeitet, kann getrost auf den Schutzleiter verzichten. Zwingend notwendig er jedoch bei nicht isolierten Fassungen aus Metall.

Nullleiter anschließen: In der Regel besitzen die heutigen Fassungen eine eigens für den Schutzleiter ausgewiesene Schraub- oder Steckklemme

Verseilte Leitungen

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ZUG-PENDELLEITUNG S03RT-F 3G0,75 ROSA

Zur Verkabelung von Zug- und Schnurpendelleuchten mit und ohne Gegengewichte eignen sich sogenannte verseilte Zug-Pendelleitungen. Das eingearbeitete Füllgarn sorgt für mehr Widerstandsfähigkeit gegen einwirkende Zugkräfte. Achtung: Bei schweren Pendelleuchten immer Zug-Pendelleitungen mit integriertem Stahlseil verwenden!

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TEXTILUMFLOCHTENE PVC-SCHLAUCHLTG. MIT STAHLSEIL

Zug-Pendelleitung mit integriertem Stahlseil für schwere Pendelleuchten. Das Stahlseil gewährleistet eine hohe Zugfestigkeit.

Einzeln ummantelte Kabel

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VERSEILTE TEXTILLEITUNG FRTX-HFX 3G0,75 GOLD

Das Standard-Kabel für französische Lampen: Die einzeln umflochtenen Adern verleihen dieser Leitung eine besonders hochwertige Optik. Achtung: Als Anschlussleitung für Leuchten der Schutzklasse I eignen sich diese Kabel nicht. Ebenso sind sie nicht zur Aufputz- oder Sichtinstallation geeignet.

Kabel für Kettenlampen

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SPEZIALLEITUNG FÜR KETTENLAMPEN 4X0,75QMM WEISS

Diese Lampenkabel eignen sich speziell für die Verkabelung von Kettenpendel. Aufgrund des geringen Außendurchmessers auch überall dort einsetzbar, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Den geringsten Außendurchmesser besitzen übrigens Flachleitungen.

Textilumflochtene Flachleitung

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TEXTILKABEL TYP NFA 2X0,75 GOLD

Wenn aufgrund des fehlenden Platzes nichts mehr geht, dann kommt die Flachleitung zum Einsatz. Aber Achtung! Flachleitungen dürfen nicht zur Verkabelung von Tisch- oder Stehlampen (ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel) verwendet werden, da sonst die Unfallversicherung im Schadensfall aussteigt. Für Unternehmen gilt hier die DGUV3, öffentliche Einrichtungen arbeiten nach DGUV4. Die DGUV3 steht beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft zum kostenlosen Download bereit.

Textilumflochtene Gummischlauchleitung

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TEXTILUMFLOCHTENE GUMMISCHLAUCHLTG. 2X0,75 GOLD

Leuchtenkabel zur Verkabelung von Tisch- und Stehlampen. Es handelt sich dabei um Standard-Gummischlauchleitungen mit Gewebe-Ummantelung.

Textilumflochtene Verlegeleitung NYM-J

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TEXTILUMFLOCHTENE VERLEGELEITUNG NYM-J 3X1,5 ROT

Das Kabel für alle Renovierer und Sanierer von historischen Bauten: Mit diesen Kabeln können historische Leuchten verkabelt, und eine Aufputzinstallationen (über und auf Putz) durchgeführt werden.

Kabel mit vier oder fünf Litzen

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TEXTILUMFLOCHTENE PVC-SCHLAUCHLEITUNG 5X0,50 SCHWARZ

Vier- oder fünfadrige Lampenkabel mit den drei Außenleitern in den Farben Schwarz, Braun und Grau eignen sich zur Gruppen- oder Serienschaltung von Leuchten.

Außendurchmesser kontrollieren!

Gängige Außendurchmesser von Leuchtenkabeln

  • Der gängige Außendurchmesser von PVC-Kabeln liegt zwischen 4,8 und 5,6 mm.
  • Gängige Außendurchmesser von Textilkabeln betragen zwischen 5,0 mm und 10 mm.
  • Einen geringen Außendurchmesser (4,8 mm) besitzen textilumflochtene Flachleitungen und Spezialleitungen (4,7mm).
  • Kabel mit Ummantelung aus Jute oder Leinen können auch einen Außendurchmesser von über 10 mm haben.

Tipp: Kaufen Sie die Fassung und den Baldachin (falls Sie einen solchen benötigen) immer gemeinsam mit dem Kabel und kontrollieren Sie, ob der Außendurchmesser des Kabels mit dem Arbeitsmaterial zusammenpasst.

Nur isolierte Kabel verwenden!

Entscheiden Sie sich ausschließlich für Kabel mit Isolierung (PVC- oder Gummi-Isolierung). Der Vorteil der Gummi-Isolierung ist die höhere Flexibilität des Kabels.

Nur in der Europäischen Union zugelassene Kabel verwenden!

Wenn Sie über Online-Plattformen einkaufen: Lassen Sie sich im Zweifel noch vor dem Kauf vom Händler die CE-Zertifizierung bestätigen. Nur mit CE-Konformität entspricht das Kabel den Bestimmungen der EU und darf in Europa in Verkehr gebracht werden.

Inspirationen und Informationen zum Thema Lampenkabel:

Creative Cables Deutschland

Kabel Schmidt

Information: Alle Bilder dieser Seite wurden vom Elektro-Fachhandel Kabel Schmidt zur Verfügung gestellt. Der Einzelhändler aus Heitersheim fertigt und vertreibt Produkte aus den Bereichen Kfz- und Haushaltselektrik. Privatkunden kaufen den überwiegenden Teil seines umfangreichen Produktportfolios über den Kabel Schmidt Online-Shop ein. Fragen zur Verfügbarkeit spezieller Kleinteile und Anfertigungen können entweder telefonisch oder über das auf der Website zur Verfügung gestellte Kontaktformular angefragt werden.


Ihr bekommt Lampenkabeln natürlich auch in jedem gut sortierten Baumarkt. Meist hat dieser aber nicht dieselbe Auswahl wie ein Spezialshop für Lampenkabeln.

Opa Knox
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Arten von Fassungen

„Warum eine neue Lampe kaufen, wenn bei der alten nur die Fassung kaputt ist? Warum überhaupt irgendwas neu kaufen? Es macht viel mehr Spaß, sich mit den Details seiner Habseligkeiten zu beschäftigen, als sich ständig gedankenlos neues Zeug zu kaufen.“

Opa Knox

Der Tausch einer Lampenfassung wird nicht nur dann fällig, wenn sie kaputt ist. Auch, wenn man das Kabel wechseln möchte, kommt man manchmal nicht daran vorbei, die Fassung auszutauschen. Vor allem dann, wenn diese schon alt und unansehnlich geworden ist. Somit könnte man den Tausch von Fassung und Lampenkabel auch als eine Art Wartung der Leuchte sehen.

Wer es ein paar Mal gemacht hat, der wird auch keine Probleme damit haben. Anfangs erscheint der Arbeitsaufwand etwas aufwändig, und erfordert etwas mehr Geduld – die Opa Knox nicht hat, wie er in seinem Blog erklärt.

Der Unterschied zwischen Fassung und Sockel

Die Fassung hält die Lampe im Lampenschirm.

Der Sockel ist der Teil der Lampe, der mittels Gewinde in die Fassung eingedreht wird.

Arten von Fassungen 

1. Die Doppelfassung (Ampelfassung, Y-Adapter)

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Doppelfassung mit Zugschalter

Mit einer Doppelfassung lassen sich zwei Lampen in einer Lampenfassung unterbringen. Man verwendet sie sowohl für Decken- als auch für Stehleuchten, es gibt aber auch Doppelfassungen, die direkt an Wand oder Decke montiert werden können.

Ein Y-Adapter bietet die Möglichkeit, aus einer einfachen Fassung eine Doppelfassung zu machen. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn der Raum stärker ausgeleuchtet werden soll. Der Y-Adapter wird einfach in die vorhandene Fassung geschraubt und die Lampen in den Adapter gedreht. 

2. Die Aufbaufassung 

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 große Kunststoff Aufbaufassung, weiss

Eine Aufbaufassung wird direkt an der Decke oder an der Wand montiert. Es gibt Modelle, die sich zur Montage an sichtbaren Aufputz-Leitungen eignen. Sie gehört zu den günstigsten Arten, um Licht in einem Raum zu machen.

Manche Aufbaufassungen kann auch an Möbel oder Platten geschraubt werden. Für den Durchzug der Kabel ist ein kleines Loch zu bohren.

Ebenso für Decke und Wand geeignet: Die Deckenfassung.

3. Die Dachfassung 

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Iso-Dachfassung mit Gewindemantel

Eine Dachfassung kann auch auf Bretter und Regalböden montiert werden. Dafür muss ein Loch gefräst werden, damit die Fassung beide Seiten des Brettes umfassen kann. 

4. Die Decken- oder Wandfassung 

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Porzellanfassung „Vintage“ Wand und Decke

Eine Deckenfassung findet man meist in Abstellräumen, manchmal auch in Fluren. Sie wird direkt an Wand oder Decke geschraubt. In Ausführung aus Metall besonders beliebt für Retro-Lampen.

Für die Montage an der Wand eignet sich übrigens auch die Winkelfassung.

5. Die Einbaufassung 

Während die Decken- und die Aufbaufassung als Aufputz-Fassung montiert wird, ist die Einbaufassung zur Montage in Decke oder Wand geeignet. Diese Fassung „verschwindet“ sozusagen in der Wand oder schließt fast plan mit der Decke ab.

6. Die Glattmantelfassung und die Gewindemantelfassung

(mit oder ohne Schalter / Zugschalter)

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
SP E27 Metall-Gewindemantelfassung mit Drehschalter

Die klassische Fassung ist die Glattmantelfassung mit glattem Gehäuse. Ein geripptes Gehäuse besitzt hingegen die Gewindemantelfassung, welche heute in Metall-Ausführung vorwiegend Einsatz bei Retro-Lampen findet.

7. Die Möbelfassung 

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E14 Möbelfassung mit Schalter

Möbelfassungen eignen sich zur Montage an Regalen, Vitrinen, Kästen, High- und Lowboards sowie Küchen- oder Badezimmerkästen.

8. Der Sockelumwandler 

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
Adapter-Fassung G9 in E14

Ein Sockelumwandler (auch Adapterfassung genannt) verkleinert oder vergrößert eine vorhandene Fassung und ermöglicht die Nutzung artfremder Leuchtmittel . Er wird einfach in die bestehende Fassung eingedreht. So wird mithilfe des Adapters beispielsweise aus einer E27 Fassung eine kleinere E14 Fassung – oder umgekehrt. 

9. Die Winkelfassung

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Porzellanfassung „Vintage“ 1930 Winkelfassung

Die Winkelfassung ist die elegantere Art, um eine Lampe schnell an der Wand zu montieren. Während die Lampe nämlich bei der Deckenfassung waagerecht von der Wand absteht, leuchtet die Lampe in der Winkelfassung senkrecht nach unten.

Die Schrägfassung

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Porzellanfassung „Vintage“ Schrägfassung

Neben der Decken-, Wand- oderWinkelfassung kommt auch die Schrägfassung dann zum Einsatz, wenn eine Leuchte an der Wand montiert werden soll.

Größen von Fassungen / Lampensockel

Glühlampen mit „normalem“ Sockel

Glühlampen mit „normalem“, klassischen Gewinde benötigen eine Lampenfassung E27.

Glühlampen mit kleinem Sockel

Glühlampen mit kleinem Gewinde benötigen eine Lampenfassung E14.

Es gibt aber auch im Nachhinein noch die Möglichkeit, eine Lampenfassung zu verändern. Die Lösung: Mit einem Adapter / Sockelumwandler kann eine Fassung von E27 auf E14 verkleinert werden.

Material 

Lampenfassungen werden aus unterschiedlichem Material gefertigt:

Fassungen aus Kunststoff

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Iso-Fassung glatt

Die klassische Fassung ist die sogenannte ISO-Fassung aus Kunststoff. Sie eignet sich für

  • LED-Lampen bis 800 Lumen 
  • Glühlampen bis 60 Watt
  • Halogen-Lampen bis 60 Watt

Bei Kunststoff-Fassungen ist kein Schutzleiter notwendig: Man benötigt also grundsätzlich nur zwei Kabel zur Montage einer Lampe. Dennoch wird in der Regel ein Schutzleiter montiert. Der grün-gelbe Draht hierfür ist ja immer vorhanden.

Fassungen aus Metall

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 Nostalgiefassung Metall

Die Fassung aus Metall wurde früher für alte Glühlampen mit hoher Temperaturentwicklung (die nicht mehr im Handel zu finden sind) verwendet. Heute kommt sie jedoch vorwiegend als Deko-Fassung zum Einsatz, beispielsweise bei Retro-Leuchten. Bei Fassungen aus Metall ist ein Schutzleiter (das grün-gelbe Kabel als Erdung) obligatorisch. 

Fassungen aus Porzellan

Bildquelle: © https://www.textilkabel-shop.de
E27 farbige Porzellanfassung, lackiert

Auch die Fassung aus Porzellan eignet sich für Lampen mit hoher Glühtemperatur. Einsatz findet sie wird vorwiegend zur Dekoration.

Hier findest du eine große Auswahl an Lampenfassungen:

textilkabel-shop.de

Information: Alle Bilder dieser Seite wurden vom Elektrofachunternehmen Elektromechanik Pinder e.K. zur Verfügung gestellt. Pinder e.K. vertreibt neben einer schier unendlichen Auswahl an Lampenfassungen auch Textilkabel, Kfz-Leitungen, Leuchtmittel, Werkzeuge sowie weitere Elektro-Kleinteile wie Klemm-Material oder Anschluss- und Verteilerdosen. Elektriker, Heimwerker und Handwerker werden bei diesem traditionsreichen Unternehmen gleichermaßen fündig. Eine riesige Auswahl der von Linder e.K. vertriebenen Elektroartikel ist im Online-Shop unter https://www.textilkabel-shop.de erhältlich. Lagerbestandsabfragen zu speziellen Elektroartikeln, die im Online-Shop nicht aufzufinden sind, können via Mail, per Telefon, klassisch per Fax oder über das Online-Kontaktformular durchgeführt werden.


Lampenfassungen gibt es im gut sortierten Baumarkt. Mehr Auswahl hast du aber im Fachhandel.

Opa Knox
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Bohren in der Nähe einer Steckdose

Beim Bohren in der Nähe von Steckdosen oder eines Lichtschalters gilt immer besondere Vorsicht. Dabei unterscheidet man hier zunächst einmal zwischen Altbau und Neubau. Beim Neubau kann man sich zumeist auf die sogenannten Installationszonen verlassen. Beim Altbau ist es grundsätzlich ratsam, niemals ohne Prüfgerät zu arbeiten. Zu groß ist die Gefahr, in einen Stromkreis zu bohren.

Bohren im Neubau 

Das Verlegen der Elektroinstallationen in Wohnungen und Häusern im Neubau geschieht nach festgelegten Normen. Zu finden sind diese Normen in der DIN 18015-3 sowie in der ÖVE/ÖNORM E8015-3.

Die DIN 18015-3 und ÖVE/ÖNORM E 8015-3 tragen denselben Titel: „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel.“ Diese Normen gelten jedoch nur als Vorschläge – sind also keine gesetzliche Vorgabe.

Eine alte Heimwerker-Regel besagt: Wer bohrt, hat immer Schuld. Ganz gleich, ob die Elektroinstallation normgerecht verlegt wurde oder nicht. Man sollte daher schon sehr genau wissen, wann man wo in welche Wand bohrt.

Fachmänner arbeiten grundsätzlich nach den aktuell geltenden Normen. Das gibt eine gewisse Sicherheit beim Bohren in fachmännisch ausgeführten Neubauten. 100%ig darauf verlassen, dass nach den deutschen oder österreichischen Standards gearbeitet wurde, kann man sich jedoch nicht. Aber es gibt auch eine Möglichkeit, um ganz sicher zu gehen. Dazu weiter unten im Text mehr.

Installationszonen: So werden Elektroinstallationen verlegt

Im Normfall verlaufen die Kabel parallel an der Decke oder am Boden. Von dort aus zweigen sie in Richtung Steckdose oder Lichtschalter ab. Leitungen werden also im Regelfall nur waagrecht oder senkrecht verlegt.

Wo sich die Verlegezonen befinden hängt auch von der Räumlichkeit ab. Es gibt jene Räume, in denen es in der Regel nur eine einzige Verlegezone gibt – und es gibt wiederum andere Räume, in denen es zwei, oder sogar drei Verlegezonen gibt.

Eine einzige Verlegezone: Das Badezimmer

Im Badezimmer verlegen Fachmänner die Leitungen immer von oben nach unten. Man spricht in diesem Fall von der Oberen Installationszone. Diese waagrechte Zone befindet sich in einem Abstand von

15 – 45 cm unterhalb der Decke.

Die Breite der Oberen Installationszone beträgt

maximal 30 cm.

Ein sehr aufschlussreiches Bild der Installationszone im Badezimmer stellt der Bau- und Gartenmarkt Hornbach auf seiner Website zur Verfügung.

Merksatz:
Obere Installationszone = waagrechte Installationszone:
15 – 45 cm unterhalb der Decke 
max. 30 cm breit

Zwei Verlegezonen: Der Wohnraum

Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer befinden sich in der Regel zwei waagrechte Installationszonen. Diese verlaufen jeweils

15 – 45 cm unterhalb der Decke – und dazu auch noch oberhalb des Bodens.

Von diesen waagrechten Zonen zweigen die Kabel nach unten oder nach oben in Richtung Steckdose oder Lichtschalter ab. Die Abstände der Oberen Installationszone befinden sich wieder

15 – 45 cm unterhalb der Decke / oberhalb des Bodens. 

Die Breite von

maximal 30 cm

bleibt bei waagrechten Installationen immer gleich.

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Drei Verlegezonen: Küche und Arbeitsraum

In Räumen mit Arbeitsfläche verlegt der Fachmann innerhalb dreier Installationszonen:

  1. Obere Installationszone

  2. Mittlere Installationszone

  3. Untere Installationszone

Die Mittlere Installationszone verläuft

100 – 130 cm oberhalb des Fußbodens.

Die Breite von

maximal 30 cm

verändert sich bei der waagrechten Installation niemals.

Merksatz: 
Mittlere Installationszone = waagrechte Installationszone
100 - 130 cm oberhalb des Bodens
max. 30 cm breit
Drei Verlegezonen in der Küche
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Senkrechte Installationszonen

Die Abzweigungen von Decke oder Boden nennt man senkrechte Installationszonen. Sie verlaufen von oben oder von unten in Richtung Steckdose oder Lichtschalter. Sie werden

15 – 30 cm seitlich von Ecken, Kanten, Fenstern und Türen

verlegt und sind

maximal 20 cm breit.

Merksatz: 
Senkrechte Installationszone:
15 – 30 cm seitlicher Abstand
max. 20 cm breit

Ein Beispiel: Hier bohrt Opa Knox rechts unterhalb der Steckdose. In der Küche verlaufen drei Installationszonen. Die Bohrung liegt gerade außerhalb der senkrechten Installationszone. 

Abbildung der Installationszonen in der Küche

Opa Knox-Tipp:

Wer sichergehen will, ob die Kabel von oben oder von unten in die Steckdose laufen, der schaltet den Hauptschalter im Sicherungskasten ab und öffnet – erst danach! – die Steckdose. Im Inneren sieht man sofort, von wo die Leitungen in die Steckdose führen.

Bohren im Altbau

Beim Altbau ist es in vielen Fällen nicht abschätzbar, wie die Kabel verlegt wurden. Hier sollte man vor dem Bohren mit einem Ortungsgerät für absolute Sicherheit sorgen.

Tipp:
Erfahren Sie hier, worauf es beim
Bohren im Altbau sonst noch ankommt.

Der Besitz eines solchen Gerätes ist immer ein Gewinn – auch für jene, die im Neubau wohnen. Denn nur mit einem solchen Ortungsgerät kann man sich beim Bohren wirklich sicher sein. Qualitativ hochwertige Ortungsgeräte detektieren nicht nur Stromleitungen, sondern auch Holz und Metall.

Bildquellen:
„Verlegezonen im Wohnraum, Vorzugsmaß als Strichlinie“ @ commons.wikimedia / Fabian
„Verlegezonen in Räumen mit Arbeitsflächen vor den Wänden“ @ commons.wikimedia / Fabian


Mehr Informationen zum Thema Installationszonen

Wikipedia – Installationszonen

Hornbach – Sicherheit beim Arbeiten mit Strom

Baunetzwissen – Leitungsverlegung und Installationszonen